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Services in OFORK verwalten

Services beschreiben in OFORK die Leistungen, zu denen Kunden oder interne Benutzer Tickets erstellen können. Sie helfen dabei, Anfragen fachlich einzuordnen, Zuständigkeiten zu klären und Service Level Agreements gezielt anzuwenden.

Während Queues vor allem die Bearbeitung im Team organisieren, beschreiben Services den fachlichen Gegenstand des Tickets: also was betroffen ist.

In diesem Guide: Service-Struktur, Aktivierung, Serviceanlage, Kundenzuordnung, SLAs, Eskalationszeiten, Kim-KI-Unterstützung und Auswertung.

Ein Service ist eine angebotene Leistung oder ein betreuter Bereich innerhalb von OFORK.

Beispiele:

  • Microsoft 365
  • E-Mail
  • Arbeitsplatz-PC
  • Drucker
  • Netzwerk
  • VPN
  • Benutzerkonto
  • Rechnungsfragen
  • Vertragsservice
  • Kundenportal

Wenn ein Ticket einem Service zugeordnet wird, ist sofort klarer, welches Thema betroffen ist und welche Regeln für die Bearbeitung gelten.

Queues und Services haben unterschiedliche Aufgaben.

BereichBedeutung
QueueWer bearbeitet das Ticket?
ServiceWorum geht es fachlich?
PrioritätWie dringend ist es?
SLAWelche Fristen gelten?

Beispiel:

Ein Ticket zum Thema “Microsoft 365 Anmeldung funktioniert nicht” kann in der Queue IT-Support liegen, dem Service Microsoft 365 zugeordnet sein und je nach Auswirkung die Priorität Hoch erhalten.

Services machen Tickets genauer auswertbar und steuerbar.

Sie helfen bei:

  • fachlicher Einordnung von Tickets
  • gezielter SLA-Anwendung
  • besserer Statistik
  • klarerer Kundenkommunikation
  • Priorisierung nach betroffener Leistung
  • Servicekatalogen für Kunden
  • Automatisierung und Kim-KI-Zuordnung

Ohne Services sieht man nur, dass ein Ticket existiert. Mit Services wird sichtbar, welche Leistung betroffen ist.

Damit Services in Ticketmasken verwendet werden können, muss die Service-Funktion in der Systemkonfiguration aktiv sein.

Der relevante Systemparameter ist:

Ticket::Service

Wenn diese Einstellung nicht aktiv ist, können Services in den Ticketbildschirmen nicht sinnvoll ausgewählt oder verwendet werden.

Vor dem Anlegen sollte festgelegt werden, welche Leistungen überhaupt abgebildet werden sollen.

Sinnvolle Fragen:

  • Welche Leistungen werden Kunden oder internen Benutzern angeboten?
  • Welche Leistungen brauchen eigene SLAs?
  • Welche Services sollen statistisch ausgewertet werden?
  • Welche Services sollen nur bestimmten Kunden sichtbar sein?
  • Welche Services erkennt Kim-KI automatisch?
  • Welche Services benötigen Eskalationsregeln?

Die Service-Struktur sollte nicht zu fein und nicht zu grob sein. Zu viele Services machen die Auswahl unübersichtlich. Zu wenige Services bringen kaum Mehrwert.

Beispiel für eine einfache Service-Struktur

Section titled “Beispiel für eine einfache Service-Struktur”

Eine einfache Struktur kann so aussehen:

  • IT-Support
  • E-Mail
  • Microsoft 365
  • Hardware
  • Software
  • Netzwerk
  • Kundenportal
  • Rechnungen
  • Verträge

Diese Struktur ist für viele Organisationen verständlich und kann später erweitert werden.

Bei größeren Installationen kann eine Hierarchie sinnvoll sein.

Beispiel:

  • IT
  • IT::Arbeitsplatz
  • IT::Microsoft 365
  • IT::Netzwerk
  • IT::VPN
  • IT::Drucker
  • Verwaltung
  • Verwaltung::Rechnung
  • Verwaltung::Vertrag
  • Verwaltung::Kundendaten

Eine Hierarchie sollte nur verwendet werden, wenn sie Agenten und Kunden tatsächlich hilft.

Beim Anlegen eines Services sollten Name, Gültigkeit und spätere Verwendung sauber festgelegt werden.

Wichtige Angaben:

  • eindeutiger Name
  • Gültigkeit
  • optionale Beschreibung
  • Zuordnung zu Kunden oder Kundengruppen
  • mögliche Verbindung mit SLA
  • Verwendung in Formularen und Prozessen

Services sollten klar und kurz benannt werden. Ein Agent oder Kunde muss sofort verstehen, wann der Service ausgewählt werden soll.

Bestehende Services können angepasst werden. Dabei ist Vorsicht notwendig, wenn der Service bereits in Tickets, Statistiken oder SLAs verwendet wird.

Vor Änderungen prüfen:

  • Wird der Service in bestehenden Tickets genutzt?
  • Gibt es SLAs für diesen Service?
  • Wird der Service in Statistiken verwendet?
  • Gibt es Prozessregeln oder Automatisierungen?
  • Ist der Service Kunden zugeordnet?

Wenn ein Service nicht mehr verwendet werden soll, ist Deaktivieren meist besser als Entfernen.

Die Gültigkeit bestimmt, ob ein Service im System verwendet werden kann.

Typische Zustände:

  • gültig
  • ungültig
  • temporär ungültig

Nur gültige Services sollten in der aktiven Ticketerstellung auswählbar sein. Ungültige Services können für historische Tickets erhalten bleiben, ohne für neue Tickets genutzt zu werden.

Ein Service ist nur dann sinnvoll auswählbar, wenn er dem betreffenden Kunden oder Kundenbenutzer zugeordnet ist oder als allgemein verfügbarer Service eingerichtet wurde.

Typische Varianten:

  • Service für alle Kunden
  • Service nur für bestimmte Kunden
  • Service nur für interne Benutzer
  • Service je Vertrag oder Paket
  • Service je Standort oder Organisation

Dadurch sehen Kunden nur die Leistungen, die für sie relevant sind.

Services bilden die Grundlage für Service Level Agreements. Ein SLA legt fest, welche Reaktions- und Lösungszeiten für einen Service gelten.

Beispiel:

  • Service: Microsoft 365
  • SLA: Business Support
  • Reaktionszeit: 60 Minuten
  • Aktualisierungszeit: 240 Minuten
  • Lösungszeit: 1 Arbeitstag

So kann OFORK erkennen, wann ein Ticket rechtzeitig bearbeitet wurde und wann eine Eskalation notwendig ist.

Ein SLA ist eine Dienstleistungsvereinbarung. Es beschreibt, welche Servicequalität zugesichert oder intern angestrebt wird.

Typische SLA-Werte:

  • erste Reaktion
  • regelmäßige Aktualisierung
  • maximale Lösungszeit
  • Servicezeitkalender
  • Eskalationsverhalten
  • Gültigkeit
  • Dialoghinweis für Kunden

SLAs helfen, Erwartungen messbar zu machen.

Vor dem Anlegen eines SLA sollten Services bereits vorhanden sein.

Beim Anlegen werden typischerweise festgelegt:

  • Name des SLA
  • zugeordnete Services
  • Kalender oder Servicezeiten
  • Eskalation für erste Reaktion
  • Eskalation für Aktualisierung
  • Eskalation für Lösung
  • Gültigkeit
  • optionale Kundeninformation

Ein SLA sollte verständlich benannt werden, zum Beispiel Standard, Premium, 24x7 oder Business Support.

OFORK kann mehrere Zeitwerte auswerten.

ZeitwertBedeutung
ErstantwortzeitZeit bis zur ersten Reaktion eines Agenten
Aktualisierungszeitmaximaler Abstand zwischen Agentenrückmeldungen
Lösungszeitmaximale Zeit bis zur Lösung des Tickets

Diese Werte sollten realistisch gewählt werden. Zu enge Zeiten führen zu unnötigen Eskalationen. Zu weite Zeiten verlieren ihren Steuerungswert.

Services können mit Prioritäten kombiniert werden. Dadurch lässt sich unterscheiden, ob ein Service betroffen ist und wie kritisch die konkrete Situation ist.

Beispiel:

  • Service: Drucker
  • Priorität niedrig: Tonerfrage
  • Priorität normal: einzelner Drucker druckt nicht
  • Priorität hoch: zentrale Druckumgebung ausgefallen

Der Service beschreibt das Thema, die Priorität beschreibt die Dringlichkeit.

Kim-KI kann bei der automatischen Service-Zuordnung unterstützen. Dazu analysiert Kim-KI den Ticketinhalt und schlägt einen passenden Service vor.

Kim-KI kann erkennen:

  • betroffenes System
  • genannte Anwendung
  • technische Stichworte
  • Kundenkontext
  • Servicebereich
  • mögliche Störung
  • passende Kategorie

Beispiel:

Eine Nachricht mit “Teams startet nicht und Outlook synchronisiert nicht” kann dem Service Microsoft 365 zugeordnet werden.

Services können als Auslöser oder Bedingung für Automatisierungen dienen.

Beispiele:

  • Service bestimmt die Queue
  • Service bestimmt das SLA
  • Service setzt eine Standardpriorität
  • Service löst eine Benachrichtigung aus
  • Service steuert Pflichtfelder
  • Service beeinflusst Eskalationen

Dadurch wird OFORK stärker prozessorientiert und weniger abhängig von manueller Auswahl.

Wenn Kunden oder Agenten Tickets erstellen, kann die Serviceauswahl Teil des Formulars sein.

Wichtig:

  • nur relevante Services anzeigen
  • verständliche Namen verwenden
  • zu lange Listen vermeiden
  • Services nach Kunden oder Bereich begrenzen
  • Pflichtfeld nur verwenden, wenn die Auswahl klar ist

Wenn Benutzer nicht wissen, welchen Service sie auswählen sollen, entstehen falsche Daten und schlechte Auswertungen.

Services sind besonders wertvoll für Statistiken.

Sinnvolle Auswertungen:

  • Anzahl Tickets pro Service
  • offene Tickets pro Service
  • Bearbeitungszeit pro Service
  • SLA-Verletzungen pro Service
  • Eskalationen pro Service
  • Ticketvolumen je Kunde und Service
  • häufige Störungsthemen
  • Anteil automatisch erkannter Services

Diese Daten helfen zu erkennen, welche Leistungen besonders viele Anfragen verursachen.

Empfehlungen für eine saubere Serviceverwaltung:

  • Services an echten Leistungen orientieren
  • nicht zu viele Services anlegen
  • klare Namen verwenden
  • Services mit Kunden und SLAs abstimmen
  • alte Services deaktivieren statt entfernen
  • Kim-KI-Zuordnung mit echten Tickets testen
  • Serviceberichte regelmäßig prüfen
  • Servicekatalog dokumentieren

Eine gute Service-Struktur wächst kontrolliert und bleibt für Agenten und Kunden verständlich.

Typische Probleme:

  • Services werden wie Queues verwendet
  • zu viele ähnliche Services
  • keine Kundenzuordnung
  • Services sind nicht in Ticketmasken sichtbar
  • SLAs sind zu streng eingestellt
  • alte Services bleiben aktiv
  • Serviceauswahl ist für Kunden unverständlich
  • Statistiken werden durch unklare Namen unbrauchbar

Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn Services vor dem Anlegen fachlich geplant werden.

Services in OFORK verbinden Tickets mit den tatsächlich betroffenen Leistungen. Sie machen Supportfälle genauer steuerbar, schaffen die Grundlage für SLAs und liefern wichtige Daten für Auswertungen.

Mit einer klaren Service-Struktur, passenden Kundenzuordnungen, realistischen SLAs und optionaler Unterstützung durch Kim-KI wird OFORK zu einem strukturierten Service-Desk-System, das nicht nur Tickets verwaltet, sondern Servicequalität messbar macht.